21 Tonnen Biomasse aus nassen Mooren pelletiert

21 Tonnen Biomasse aus nassen Mooren konnten vom 4.-8. März in Neukalen erfolgreich pelletiert werden. Erstmals wurde Seggen- und Rohrglanzgrasheu von den nassen Neukalener Moorwiesen sowie Ausputz-Biomasse aus der Dachschilfernte mit einer mobilen Pelletiermaschine in hochwertige Brennstoffe verwandelt. Insgesamt wurden 110 Rundballen zu Pellets verarbeitet.

Ziel des Projekts ist zu zeigen, dass eine Pelletierung von Seggenheu und Schilf möglich ist. In einer Stunde wurden bis zu 1.400 kg Pellets hergestellt. Im Praxisversuch konnte somit gezeigt werden, dass Pellets aus Paludikultur, der Bewirtschaftung nasser Moore, produziert werden können. Diese werden nun in unterschiedlichen Feuerungsanlagen und als Einstreu in der Tierhaltung erprobt.

Durch die energetische Verwertung der Pellets können nun 250 l Heizöl je Tonne eingespart werden. Für die Pelletierung mussten etwa 15 bis 20 % der in der Biomasse gespeicherten Primärenergie aufgewendet werden. Die Universität Greifwald bewertet nun die regionale Verwertung der Biomasse aus wiedervernässten Mooren hinsichtlich der Klimabilanz und der ökonomischen Potentiale. Eins ist jetzt schon sicher, die Pelletierung von Schilf und Seggen ist möglich und vergleichbar mit der Pelletierung von Stroh oder Miscanthus.

Kurze Wege und regionale Herkunft kennzeichnen diesen neuartigen Brennstoff aus Paludikultur, der neue Perspektiven für die Wertschöpfung im Energiesektor für den ländlichen Raum bietet.

Paludi-Pellets entstehen aus regional nachwachsendem Rohstoff, können regional für die Wärmeversorgung genutzt werden und halten damit Wertschöpfung und Arbeitsplätze vor Ort. Außerdem machen sie unabhängiger von steigenden Energiepreisen und leisten durch das Ersetzen fossiler Energieträger einen Beitrag zum Klimaschutz.

Im Rahmen des Praxisversuchs organisierte das Projekt am 06.März 2014 in Neukalen am Kummerower See einen Feldtag zum Pelletieren von Biomasse aus wiedervernässten Mooren. Interessierte konnten erstmalig eine mobile Pelletiermaschine in Mecklenburg-Vorpommern in Betrieb erleben. Die Mitarbeiter der Universität, der Anlagenbetreiber und des Landwirtschaftsbetriebes beantworteten Fragen von Journalisten, interessierten Landwirte und Unternehmern.

Das Projekt bedankt sich bei allen die tatkräftig zum Gelingen des Versuchs beigetragen haben. Insbesondere danken wir dem Lohnunternehmer Franz-Josef Tradt und den Landwirten Henning und Hans Voig für ihre Unterstützung.

Für die Finanzierung des Praxisversuchs bedanken wir uns beim Forschungsfond Mecklenburg-Vorpommern und dem Sozialfonds der Europäischen Union.

Presse-Echo

NDR Nordmagazin (07.03.2014): Brennstoffpellets aus Moorpflanzen. zum Beitrag

NDR 1 Radio MV (07.03.2014): N.N..

Nordkurier (07.03.2014): Handliche Heiz-Pellets aus dem Moor, Neubrandenburg.

Video
Mobiles Pelletieren