Paludikultur auf Hochmooren

Jeder von uns verbraucht täglich Torf: als Blumenerde und vor allem durch den Verzehr von Obst und Gemüse. Torf ist der wichtigste Substratrohstoff im Gartenbau. Weltweit werden dafür jährlich 30 Mio. m³ Weißtorf (schwach zersetzter Torfmoos-Torf) verbraucht und nach kurzer Nutzung als CO2 in die Atmosphäre emittiert.

Zur Gewinnung von Torfen werden zudem Moore mit ihrer einzigartigen Biodiversität unwiederbringlich vernichtet. Da die Torfvorräte in West und Mitteleuropa nahezu erschöpft sind, verlagert sich der Abbau stetig nach Osten. Dieses nicht nachhaltige und klimaschädliche Vorgehen dauert an, da es bisher keinen gleichwertigen Ersatz für Torf im Gartenbau gibt.

Frischmasse von Torfmoosen weist die gleichen Eigenschaften wie Weißtorf auf. Torfmoose eignen sich also als Ersatz für Kultursubstrate im Gartenbau. Mit der Kultivierung von Torfmoosen auf wiedervernässtem Hochmoorgrünland soll dauerhaft eine umweltgerechte Alternative geschaffen werden.

Erste Ergebnisse sind hinsichtlich einer großflächigen Umsetzung ökologisch und ökonomisch Erfolg versprechend. Weitere Informationen auf der Projektseite der Torfmooskultivierung. Ein Überblick über die Forschungsprojekte zu Paludikultur findet sich auf der Seite Projekte.

MOOSWEIT

MOOSWEIT
Im MOOSWEIT-Projekt wird der Anbau und die Ernte von kultivierten Torfmoosen untersucht. Produktionsverfahren auf Hochmoorgrünland werden weiterentwicklt und Begleitforschung einer vollständigen Kulturrotation im industriellen Maßstab (14 ha) durchgeführt. mehr...

Publikationen

MOOSGRÜN
Im MOOSGRÜN-Projekt wurde ein großflächiger Feldversuch auf fünf Hektar angelegt, um die Möglichkeiten der Torfmooskultivierung auf zuvor genutztem Hochmoorgrünland zu erforschen. mehr...

Publikationen

MOOSFARM
MOOSFARM testete die Torfmooskultivierung auf schwimmfähigen Vegetationsträgern in überstauten Hochmoor-Abtorfungsflächen und Sandgruben in Niedersachsen sowie auf Tagebaurestseen in Brandenburg. mehr...